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Kleine Trommel

Im mittelalterlichen Europa waren verschiedene Bauarten von Trommeln bekannt. Die Rahmentrommel und die Schellentrommel waren die bekanntesten Trommelarten. Beide wurden Sie mit der flachen Hand oder einem Schlägel geschlagen. Die Rahmentrommel wurde von fahrenden Spielleuten meist als Begleitinstrument zur Einhandflöte (Pfeife oder Schwegel) verwendet. Sie wurde einhändig, an einem Gurt seitlich von der Schulter des Spielers hängend, mit einem Schlägel angeschlagen, während der Spielmann mit der anderen Hand die Flöte spielte.

Leinentrommel SachsenSeit dem 14. Jahrhundert wurde spätestens eine kleine, hölzerne Zylindertrommel verwendet. Sie hatte zwei Felle sowie eine oder mehrere Schnarrsaiten am Schlagfell. Zwischen den Spannreifen des Schlag- und des Resonanzfells verlief zickzackförmig die Trommelleine und hielt so die Kalbs- oder Schaffelle gespannt. Der Klang der einhändig geschlagenen Spielmannstrommel war eher leise. Getragen wurde das kleine Instrument mit einer am Arm befestigten Schlaufe. Der Tonumfang der Einhandflöte wurde noch im 14. Jahrhundert erweitert, so dass eine "Zweihandflöte" daraus wurde. Zum anderen wurde die Trommel vergrößert, damit sich der schwache Klang der kleinen Trommel verstärkt. So endete der Einmannbetrieb des Spielmanns.

Leinentrommel mit Schultergehänge HessenUm der erforderlichen Stärke einer Militärmusik gerecht zu werden, wurde die seitlich angeschlagene Trommel im Laufe des 15. Jahrhunderts immer größer und klangstärker. Der Trommler trug fortan die Trommel von der Schulter oder band sich einen Riemen um die Hüfte. Am Unterarm konnte sie nicht mehr getragen werden. Während die kleine Spielmannstrommel als Folkloreinstrument weiter bestand, bekam die neue Trommel großer Bauart den Namen "Landsknechtstrommel", denn sie war das wichtigste Instrument der Landsknechte. Trommeln und Pfeifen standen für die Artellerie, während Pauken und Trompeten der Kavallerie vorbehalten waren. Am Resonanzfell auf der Unterseite wurden die Schnarrsaiten seit dem 16. Jahrhundert angebracht. Die Hauptaufgabe dieser Trommel war es, den Marschierrhythmus zu markieren. Zu den Schlagtechniken zählten Einzel-, Doppelschläge und Wirbel. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde in der weiteren Entwicklung die Zargenhöhe verringert. Diese verkleinerte Form der Trommel wird heute als Basler Trommel oder Paradetrommel bezeichnet.

Kleine TrommelDie Spannschraube wurde 1837 unter maßgeblicher Beteiligung des Engländers Cornelius Ward erfunden. Diese neue Technik der Fellspannung löste die Trommelleine ab. Die neue Spanntechnik ermöglichte es die Militärtrommel noch flacher zu bauen und die beiden Felle getrennt von einander zu spannen. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts kam der Begriff "Kleine Trommel" in Gebrauch.

Bilder und Bildquellen:
Das erste Bild zeigt eine Leinentrommel aus Sachsen. Sie stammt aus dem Ende des 17. Jahrhunderts. Die Trommel trägt die Jahreszahl 1697 was sehr ungewöhnlich ist.
Das zweite Bild zeigt eine Leinentrommel mit originalem Schultergehänge aus Hessen. Sie stammt aus dem 17. oder aus dem 18. Jahrhundert.
Beide Bilder sind Inventarbilder des Museums für Musikinstrumente der Universität Leipzig. Wir danken dem Museum, dass wir diese Bilder auf unserer Internetseite präsentieren dürfen.
Das dritte Bild zeigt eine morderne Trommel mit Spannschraube. Wir danken der Firma Sonor für die Bereitstellung des Bildes.

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